Nachlese: LinuxTag 2008

Hinweis: The English Translation could be found here. (Die Englische Übersetzung ist hier zu finden. )

Der LinuxTag 2008 in Berlin ist vorüber. Mit 11.600 Besuchern aus 31 Ländern konnte eine Steigerung gegenüber des Vorjahres erreicht werden. Die Zeitgleich stattfindende Internationale Luftfahrt Ausstellung (ILA) war eine harte Konkurrenz und auch das Wetter war nicht ohne. Bei teilweisen 30°C zog es viele trotz klimatisierten Hallen an den Badesee statt zur Messe und somit auf den LinuxTag.

Funkturm Berlin Kubuntu Stand Kubuntu Stand

Der folgende chronologische Bericht zeigt den LinuxTag aus Sicht von Kubuntu. Das Eingehen auf alle Aussteller, Vorträge und Workshops ist an dieser stelle nicht möglich. Ebenso wird ein Blick auf die Abende nach Messeschluss gegeben, die wir in der Regel zusammen mit Amarok und KDE verbracht haben.

Dienstag, Tag 0, der Aufbau: Gegen Mittag haben wir unseren Stand von der Messeleitung übernommen und konnten mit den ersten Aufbauarbeiten beginnen. Gegen 15:00 Uhr wurde dann die angemietete Ferienwohnung übernommen und der Kühlschrank mit Getränken gefüllt. Nach und nach schlugen alle in der Ferienwohnung auf. Ein kleiner Teil fuhr zurück zur Messe um dort mit dem Amarok Team und Stephan (\sh) letzte Arbeiten an unserem Gemeinschaftsstand durchzuführen. Sämtliches Material war vorhanden, nur keine Kubuntu CDs. Paul Sladen führte ein Telefonat mit Canonical bzw. mit der für den Versand verantwortlichen Firma und bekam die Zusage, das welche per Express geschickt werden. Nach Rücksprache mit KDE und den in der Ferienwohnung verbliebenen verschlug es Kubuntu, Amarok und KDE ins Brauhaus Lemke am Hackischen Markt, wo Sebastian Kügler (sabas) und Aaron Seigo (aseigo) bereits warteten. Gemütlich bei Speis und Trank hatten wir die Gelegenheit uns kennen zu lernen und uns auf die kommenden Tage einzustimmen.

A. SeigoMittwoch, Tag 1: Weit vor Messebeginn um 09:00 Uhr waren Kubuntu und Amarok am Stand, um diesen den letzten Feinschliff zu verpassen. Nachdem die letzten Verkabelungen beendet waren, wurden auch schon alle Laptops angeschlossen. Das wichtigste ist ja erstmal Internet zu haben ;) Inzwischen sind, dank Paul, auch die Kubuntu CDs (KDE3 und KDE4) eingetroffen, wovon wir einen Teil an KDE abgaben. Dann ging es so langsam los, es war ruhig und es gab nicht übermäßig viel zu tun, was auch daran gelegen haben könnte, dass wir in diesem Jahr viele Standbetreuer hatten. Höhepunkt des Tages war die Keynode von Aaron Seigo, welche Lust auf mehr gemacht hat und so gut wie jeder wollte danach KDE 4.1 auf seinem System kompiliert bekommen. Der Andrang KDE4 zu sehen war so groß, das unsere vorhandenen Installationen nicht ausreichten und wir einige Notebooks mit LiveCDs bestücken mussten. Marc (serenity) von Kubuntu-de.org interviewte zusammen mit RadioTux Sebastian Kügler vom KDE e.V.. Da die Zeit dafür zu eng bemessen war, konnte Marc im Anschluss noch weitere Fragen stellen. Das komplette Interview ist hier nachzulesen. Den Abend ließen wir gemütlich in einem indisches Restaurant ausklingen

Donnerstag, Tag 2: Die Standbetreuung lief weiterhin gut und wir haben auch einiges an Spenden gesammelt. Wir hatten einige interessante Kundschaften wie Lehrer und IT-Verantwortliche. Neben interessanten Vorträgen wie über ODF, gab es natürlich auch Gegenstücke dazu. ;-) Weiterhin gab es eine ganz Vortragsreihe über OpenOffice und Till Adam von KDE hielt einen Vortrag über Kontact (Best for both worlds). Höhepunkt des Tages war das Social Event, welches, wie auch schon im letzten Jahr, im Alten Umspannwerk in Berlin-Kreuzberg statt fand. Neben einem großen Buffet wurde im Freigelände auch gegrillt. Leider war die Schlange beim Essen verdammt lang, aber zum Glück nicht bei den Getränken. Während des Abends gab es noch nette Gespräche mit Aaron Seigo und man hat auch Kontakte zu anderen Projekten geknüpft. Man verbrachte einen sehr netten Abend und der harte Kern von uns wurde gegen 03:30 Uhr höflich nach Hause gebeten.

Freitag, Tag 3: Die Sonne brannte aber dank guter Klimatisierung konnte man diesen besonderen Tag doch genießen, denn einer der Vortragssäle war heute KDE Vorbehalten. Von morgens 10:00 Uhr bis zum Messeschluss um 19:00 Uhr fanden dort zahlreiche Vorträge zu KDE statt. Den Anfang mache Sebastian Kügler (sebas), gefolgt von Aaron Seigo (aseigo) und stellte die Entwicklung von KDE4, sowie brisante Neuerungen vor. Danach folgte Till Adam, der aufzeigte was Akonadi ist und wo die großen Vorteile liegen. Nach der Mittagspause folgte Ellen Reitmayr von KDE und OpenUsability.org. Sie erklärte was Usability bedeutet und was sich bei KDE4 bezüglich Usability getan hat. Franz Keferböck präsentierte im Anschluss Koffice2 und stellte einige extrem gute Neuerungen vor. Auch hier war die Usability Arbeit deutlich wahrnehmbar. Koffice unter Windows konnte ebenfalls bewundert werden. Den Abschluss machten Lydia Pintscher (Nightrose) und Harald Sitter (apachelogger) mit einem Vortrag über KDE Multimedia. Hier wurde deutlich, dass KDE auch mit multimedialen Inhalten perfekt umgehen kann. Auch der Abend hielt noch einiges an Erlebnissen bereit. So waren wir gemeinsam mit andern Projekten von Trolltech zum Abendessen (Trolltech and friends) im Restaurant 12 Apostel im Herzen Berlins eingeladen worden. Das Essen war ausgezeichnet und auch hier wurden viele Interessante Gespräche geführt. Im Anschluss zog es uns mit Amarok, KDE und weiteren auf besonderen Wunsch von Harald in eine nahgelegenen Karaoke Bar, direkt unter dem Berliner Fernsehturm am Alex. Den Anfang machte Aaron Seigo, der übrigens 1A gesungen hatte. Aber auch Scotti von der FrOSCon war nicht ohne. Den Höhepunkt bildete ein Ständchen, gesungen von Stephan (\sh - Kubuntu), Thomas (Trolltech), Daniel (danimo - KDE), Aaron (aseigo - KDE) und Jono (Ubuntu Community Manger).

Samstag, Tag 4: Der letzte Messetag brach an und wieder stand der LinuxTag in hartem Kampf mit der ILA und dem schönen Wetter. Erstes Highlight des Tages war der Vortrag von Lydia (Nightrose) und Sven Krohlas (sven423) über Amarok 2.0, in dem Services, Widgets und Co gezeigt wurden. Ebenfalls interessant waren die Vorträge von Daniel Holbach (dholbach) zum Thema "Master of the Universe: Ubuntu-Entwicklung und Spaß dabei" und Jono Bacon mit "Standing On The Shoulders Of Giants: The Coming Of The Linux Desktop". Aber alles geht einmal vorbei und so wurde pünktlich um 18:00 Uhr der Stand abgebaut. Einen schönen Abschluss fand die Veranstaltung mit dem Ubuntu-Grill in der c-base, organisiert von Ubuntu-Berlin. Ubuntu-Berlin hat sich dafür richtig ins Zeug gelegt und allen einen Abend bereitet, der uns noch lange in Erinnerung bleiben wird. Vielen Dank auch an Canonical, die wie schon im letzten Jahr für das Grillgut gesorgt haben. Aaron Seigo und einige andere von KDE waren nicht da. Dafür hatte man die Möglichkeit Thomas Zander (Trolltech) und den Ubuntu Community Manager Jono Bacon näher kennen zu lernen. Weitere nette Gespräche gab es auch innerhalb der Kubuntu-Community und den Amarokern. Die Atmosphäre war einfach einzigartig genial und gegen kurz nach 2 Uhr in der Früh sind die ersten dann gegangen.

Fazit: Größter Kritikpunkt war, das keine CDs geliefert wurden und es nichtmal eine Info gab das keine CDs kommen. Einzig Paul Sladen ist es zu verdanken, das wir doch noch einige per Express geliefert kamen. Paul, vielen Danke dafür! Das Hauptinteresse lag eindeutig auf KDE4 und wir konnten zeigen, wie gut KDE 4.0, sowie KDE 4.1 SVN bereits unter Kubuntu läuft. Neben einer Menge guter Vorträge, netten Ständen / Standbetreuern und interessanten Projekten gab es auch eine Menge Spaß innerhalb der Kubuntu Community. Die Sprachprobleme mit unseren Schweizer Kollegen bereiteten dem einen oder anderen zwar teilweise Probleme, aber auch die konnte man lösen. Es gab eine hervorragende familiäre Atmosphäre innerhalb von Kubuntu(-de.org) bis Amarok, KDE und Trolltech. Es konnten neue Kontakte hergestellt werden und vorhandene vertieft werden. So dass Einige wohl auch nach den Tagen weiterhin in regelmäßigen Kontakt bleiben werden. Am Ende hatte eigentlich jeder viel Antrieb, neue Ideen und eine Menge Motivationen gesammelt.

Allen Beteiligten und Unterstützern vielen Dank.